Pressemitteilung

Corona-Krise darf Geschlechterungleichheiten nicht weiter zementieren

Jaqueline Rauschkolb zum Internationalen Frauentag

Zum heutigen Internationalen Frauentag erklärt die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Jaqueline Rauschkolb:

„Die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter dürfen durch die Corona-Krise nicht zurückgedreht werden. Längst überwunden geglaubte Reflexe, dass Frauen bei Arbeit und Karriere zugunsten der Familie zurückstecken müssen, drohen durch die Pandemie wieder zur Regel werden. Erste Studien belegen, was viele zu Beginn der Corona-Krise befürchtet haben: Frauen stemmen in der Pandemie den Löwenanteil der Mehrbelastung durch Homeschooling und Kinderbetreuung. Dafür nehmen sie Abstriche bei der Karriere, der Jobsicherheit und der Altersvorsoge in Kauf. Am Internationalen Frauentag bleibt festzuhalten: Wir sind weit davon entfernt, dass Erziehungs- und Familienarbeit fair zwischen den Geschlechtern verteilt ist. Die Corona-Krise darf die bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern nicht weiter zementieren. Der Weg aus der Pandemie, er ist für viele Frauen ein Weg zurück zu einem selbstbestimmten und gleichberechtigten Leben.

Die Pandemie dokumentiert überdies eindrucksvoll: Frauen halten unsere Gesellschaft in der Krise am Laufen – als Pflegekraft im Krankenhaus, als Kassiererin an der Supermarktkasse oder Erzieherin in der Kita. Sie alle haben unsere Anerkennung, aber vor allen Dingen faire Löhne verdient. Als SPD-Landtagsfraktion werden wir uns weiter entschieden für echte Verbesserungen für Frauen einsetzen. Für uns ist klar: Das Scheitern des bundesweiten Tarifvertrags in der Pflege werden wir nicht akzeptieren und unterstützen den Vorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, die Finanzierung aus der Pflegeversicherung an Tarifverträge zu koppeln.   

Frauen sind die Hälfte der Gesellschaft, sie müssen auch an allen gesellschaftlichen Schaltstellen gleichberechtigt vertreten sein – in Wirtschaft und Politik, in Kultur und Medien, im Sport und in der Wissenschaft. Die von der Bundesregierung beschlossene, verbindliche Quote für mehr Frauen in Führungspositionen ist ein historischer Meilenstein der Frauenbewegung, dem nun weitere folgen müssen. Die jahrelangen Debatten zur Frauenquote haben dabei eines deutlich gemacht: Wer es mit der Gleichberechtigung ernst meint, darf nicht allein auf Freiwilligkeit setzen, sondern muss Veränderung verbindlich einfordern.“