Ausgezeichnet wurde sie für ihren Roman „Die Lücken“, der in dem fiktiven Ort Heimesbach spielt, angelehnt an den Ort Hermeskeil im Hunsrück. In ihrem Roman verdichtet die Autorin neunzig Jahre deutscher Geschichte: Erzählt wird von jüdischen Familien, die alles verloren, von NS-Profiteuren, die sich nach 1945 als unschuldige Mitläufer neu erfanden, sowie von kurdischen und iranischen Familien, die Jahrzehnte später in Deutschland Schutz suchten.
Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag, Alexander Schweitzer, und die kulturpolitische Sprecherin, Bettina Brück, gratulieren der Autorin zu ihrem Erfolg: „Der Deutsche Buchpreis für Shida Bazyar ist eine Auszeichnung für eine starke weibliche Stimme in der deutschen Literatur mit rheinland-pfälzischen Wurzeln. Shida Bazyar erzählt von Nachbarn, die zusahen, von denen, die profitierten, und davon, wie Verdrängung und Rassismus bis heute auf die treffen, die bei uns Schutz suchen. Heimesbach gibt es nicht – und doch in jedem Landkreis. Ausgrenzung, Vernichtung, Leugnung und Verdrängung kristallisieren sich in der Erzählung über Heimesbach ebenso wie Zuflucht, Ankommen, Begegnung und die Suche nach Heimat. „Die Lücken“ ist ein Roman darüber, wie die Vergangenheit fortwirkt. Das beeindruckt, mahnt und macht nachdenklich. Herzlichen Glückwunsch an Shida Bazyar für diese verdiente Auszeichnung.“
In ihrer Dankesrede machte die Autorin darauf aufmerksam, dass Antisemitismus und Rassismus keineswegs Phänomene der Vergangenheit sind. „Es ist an uns allen Rassismus und Antisemitismus tagtäglich im persönlichen Umfeld und im politischen Kontext entschieden entgegenzutreten. Unsere freiheitliche Grundordnung ist kein Selbstzweck, sondern auf diejenigen angewiesen, die für ihren Schutz immer wieder aufs Neue einstehen. Auch das legt „Die Lücken“ von Shida Bazyar eindrucksvoll nahe“, so Schweitzer und Brück für die SPD-Fraktion.

