Pressemitteilung.

Einstellungspraxis bei Deutscher Post ist inakzeptabel

SPD-Fraktion sucht Gespräch mit Post-Mitarbeitern

Anlässlich der jüngsten Berichte zum Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Deutschen Post AG erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer:

„Es ist völlig inakzeptabel, dass die Deutsche Post offenbar starre Regeln entwickelt hat, wann befristet Beschäftigte einen unbefristeten Vertrag erhalten und wann nicht. Diese Regel ist Arbeitnehmer unfreundlich, weil sie hohen psychischen Druck auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufbaut: Wer krank ist, muss fürchten, nicht weiterbeschäftigt zu werden. Wer mal zu langsam arbeitet, muss womöglich ausscheiden. Diese Praxis zeigt überdies, dass sachgrundlos befristete Beschäftigungsverhältnisse zum Teil aus nicht vertretbaren Gründen abgeschlossen werden – in diesem Fall durch die Deutsche Post. Dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz rasch angekündigt hat, über die Beteiligung des Bundes an dem Unternehmen Änderungen an der Einstellungspraxis zu erwirken, ist sehr zu begrüßen. Als SPD-Landtagsfraktion werden wir in den kommenden Wochen intensive Gespräche an verschiedenen Standorten mit Beschäftigten und Führungskräften der Deutschen Post suchen: Wir wollen wissen, wie die Praxis in Rheinland-Pfalz ist und wo der Schuh drückt.“

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin Dr. Tanja Machalet ergänzt: „Die nun bekannt gewordene Praxis ist überdies in Zeiten des Fachkräftemangels unklug: Wer für schlechte Arbeitsbedingungen und ein ungutes Betriebsklima sorgt, wird mittel- und langfristig nicht genug motivierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen. Besonders bedenklich ist, dass es bereits in den vergangenen Monaten und Jahren ungute Entwicklungen bei der Post gab: Vergangenes Jahr hat das Unternehmen die tägliche Briefzustellung mancherorts probeweise eingestellt, und es ließ Briefträger nur an wenigen Tagen an Haushalte ausliefern. Vor zwei Monaten ist bekannt geworden, dass die Post offenbar vorhat, durch einen Konzernumbau die Zusteller der Tochterfirmen „Delivery“ zu einem Betrieb mit den Zustellern des Mutterkonzerns zusammenzuführen, um offensichtlich Druck auf die höheren Tariflöhne im Mutterkonzern zu machen. Als SPD-Fraktion werden wir die Entwicklungen bei der Post intensiv begleiten.“


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