Pressemitteilung

Befragung im Untersuchungsausschuss zu Altenahr zeigt: Ex-Landrat Pföhler ist frühzeitig gewarnt worden und hat trotzdem nichts unternommen

 

Im Untersuchungsausschuss „Flutkatastrophe“ wurde heute zunächst Cornelia Weigand befragt, die zum Zeitpunkt der Flutkatastrophe Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr war. Sie schilderte, dass sie bereits gegen 16:20 Uhr infolge der aktuellen Pegelprognosen und aufgrund der persönlichen Eindrücke aus Altenahr den Landrat über dessen Büro aufgefordert habe, den Katastrophenfall auszurufen, was jedoch abgelehnt wurde.

Hierzu erklärt Nico Steinbach, Obmann der SPD-Landtagsfraktion: „Zunächst einmal ist es verwunderlich, dass der Landrat für die damalige Verbandsgemeindebürgermeisterin in der wichtigen Vor-Flut-Phase und in einer derart wichtigen Angelegenheit nicht persönlich zu sprechen war, sondern eine Kommunikation nur umständlich über den Fachbereichsleiter stattfinden konnte. Nach den Ausführungen von Frau Weigand, sie sei nicht die ‚Lieblingsbürgermeisterin‘ des Landrats gewesen, stellt sich die Frage, ob persönliche Befindlichkeiten des Landrats der Grund für dessen Nichterreichbarkeit gewesen sind. Geradezu unerklärlich ist es jedoch, wieso der Landrat der eindringlichen Aufforderung von Frau Weigand, den Katastrophenfall auszurufen, nicht nachgekommen ist. Es tritt inzwischen immer klarer zutage: Der frühere Landrat hat verschiedene Warnungen ignoriert; auch aus diesem Grund hat die Katastrophe im Ahrtal verheerend gewütet. In anderen Landkreisen wie Vulkaneifel und Eifelkreis ist auch aufgrund des Agierens der dortigen Verwaltungsspitze rasch und verantwortungsbewusst gehandelt worden: Anders als im Ahrtal sind dort am 14. Juli 2021 frühzeitig Vorkehrungen getroffen und die vom Land vorliegenden Warnungen beachtet und entsprechend umgesetzt worden.“

Weiter sagt Steinbach: „Auch in der heutigen ersten Befragung hat sich gezeigt, wie schrecklich und dramatisch die Geschehnisse in Altenahr waren. Die Verantwortlichen, Ehrenamtlichen und Rettungskräfte vor Ort haben Unglaubliches geleistet, und ihnen gebührt unser großer Dank. Sie haben teils unter Lebensgefahr Menschen geholfen und diese gerettet. Ihre Leistung bei dieser unvorstellbaren Katastrophe war heldenhaft.“


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