„Handy-Regeln an Schulen müssen im Schulalltag funktionieren – und deshalb auch dort entstehen. Darin hat uns der Dialog mit der Landesschüler*innenvertretung noch einmal bestärkt. Wenn die Handynutzung landesweit geregelt wird, müssen die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einfließen“, erklärte Susanne Müller, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, nach einem Austausch mit dem Vorstand der Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV) in Mainz.
„Als SPD-Fraktion haben wir immer Lösungen befürwortet, die die Schulgemeinschaften selbst erarbeiten und die auf breite Akzeptanz stoßen. Wenn es nun einen landesweiten Rahmen geben soll, dürfen auch dabei die Bedürfnisse vor Ort nicht aus dem Blick geraten. Die LSV konnte sehr nachvollziehbar darlegen, dass Apps und Nachrichten für die Organisation des Schulalltags weiter nutzbar bleiben müssen. Für den stärkeren direkten Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern genügt es auch nicht, Smartphones einfach zu verbannen – sondern es braucht echte Alternativen wie Spiel- und Sportangebote“, so Susanne Müller. Nur eine Regelung, die das berücksichtige, werde vor Ort funktionieren.
„Handys werden im Schulalltag nicht nur zur Unterhaltung genutzt, sondern etwa für Vertretungs- und Buspläne oder den Kontakt zu Eltern im Ganztag. Gleichzeitig fehlen vielerorts Spielgeräte, Möglichkeiten zur Ballausleihe und andere attraktive Angebote für die Pausen. Schulhöfe sind teilweise mit grauen Betonglötzen vollgestellt, bieten kaum Sitzmöglichkeiten und wirken eher wie ein Parkplatz als wie ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche ihre Pause verbringen wollen. Gerade für Grund- und Mittelstufenschüler*innen wird es schwierig, wenn der Schulhof kaum Möglichkeiten für Bewegung, gemeinsames Spielen oder einfach einen angenehmen Aufenthalt bietet. Wenn Schulen dann über Jahre kaputtgespart werden und selbst für solche grundlegenden Angebote das Geld fehlt, kann man nicht erwarten, dass Schüler*innen ihr Handy einfach weglegen. Wer die Handynutzung einschränken will, muss deshalb auch attraktive Alternativen schaffen. Regelungen, die die Alltagspraxis ignorieren, lassen sich vor Ort kaum umsetzen“, sagte Muhammed Denli aus dem Vorstand der LSV RLP.
„Sobald ein Vorschlag für die konkrete Umsetzung der Handy-Regeln vorliegt, werden wir diese wichtigen Aspekte in die Gespräche der Koalition einbringen“, unterstrich Susanne Müller.
Weitere Themen des Austauschs waren unangekündigte Tests und der Stress, sich neben den angekündigten Klausuren auch darauf noch vorbereiten zu müssen. Dieser trifft besonders Kinder und Jugendliche aus ohnehin benachteiligten Verhältnissen, die beispielsweise nebenbei Geld verdienen oder ihre Eltern intensiv unterstützen müssen. Die Bereiche Mobilität und psychische Gesundheit wurden ebenfalls besprochen. Der Dialog soll künftig fortgeführt werden.
„Wir danken der LSV für die wichtigen Impulse aus dem Schulalltag“, so Susanne Müller. „Wer Bildungspolitik für die Menschen im Land gestaltet, darf die jungen Menschen nicht vergessen.“

