SPD-Fraktion macht sich für mehr Frauen in den kommunalen Parlamenten stark

21.08.2018

 

Seit 100 Jahren dürfen Frauen in Deutschland wählen – und gewählt werden. Wer sich im Jahr vor der Kommunalwahl 2019 jedoch in den kommunalen Gremien umschaut, stellt schnell fest, dass Frauen dort nach wie vor rar sind. So mancher kommunale Rat ist noch fest in Männerhand. Beim Fachgespräch „Frauen, macht Kommunalpolitik!“ am Dienstag, den 21. August, hat die SPD-Landtagsfraktion gemeinsam mit Expertinnen und kommunalpolitisch interessierten Frauen mögliche Gründe beleuchtet und Wege beraten, wie noch mehr Frauen für ein kommunalpolitisches Engagement begeistert werden können. Neben Jaqueline Rauschkolb, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, berichteten Doris Ahnen, Landtagsabgeordnete und rheinland-pfälzische Finanzministerin, sowie Dr. Heike Kaster-Meurer, Oberbürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach, über ihren Weg in die Politik und gaben den anwesenden Frauen wichtige Tipps zum Start eines kommunalpolitischen Engagements.

 

Um es vorweg zu nehmen: An kompetenten und qualifizierten Frauen mangelt es nicht, so die einhellige Feststellung der anwesenden Frauen (und Männer). Und dennoch: Viele Frauen schrecken noch immer vor kommunalpolitischer Verantwortung zurück.

 

Gibt es in der Gemeinde genug Kita-Plätze und bezahlbaren Wohnraum, arbeitet die Müllabfuhr zuverlässig und wann kommt eigentlich die Ortumgehung? Es ist in den kommunalen Gremien, wo die Dinge des alltäglichen Lebens verhandelt werden. Dort geht es um die Themen, die die Menschen vor Ort beschäftigen und nicht selten leidenschaftlich bis spät in die Nacht am Stammtisch diskutiert werden. „Was in den kommunalen Gremien entschieden wird, betrifft Jeden und Jede direkt im Alltag. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Frauen dort ihre Perspektive einbringen – und ihre Stimme Gehör findet“, sagt Jaqueline Rauschkolb.

 

Einig sind sich die aktiven und angehenden Kommunalpolitikerinnen, dass die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Kommunalpolitik interessierten Frauen noch zu oft einen Strich durch die Rechnung macht. „Viele Frauen mit Familie scheuen aufgrund der zeitlichen Belastung den Schritt in die Kommunalpolitik oder ziehen sich nach kurzer Zeit wieder aus der kommunalen Verantwortung zurück. Wichtig ist daher zu prüfen, wie kommunale Gremiensitzungen zeitlich so gestaltet werden können, dass es auch Frauen und Männern mit Familie möglich ist, regelmäßig daran teilzunehmen“, so Rauschkolb. Zudem müsse stärker dafür geworben werden, welche Möglichkeiten der Unterstützung bei der Kinderbetreuung für Kommunalverantwortliche vor Ort bereits vorhanden sind.

 

Ein weiterer Punkt, den es aus Sicht der teilnehmenden Frauen anzugehen gilt: Die verstärkte Vernetzung der kommunalpolitisch engagierten Frauen untereinander. In solchen Frauennetzwerken finden Politikerinnen und solche, die es noch werden wollen, gegenseitige Unterstützung und kompetente Beratung und erhalten schnelle Hilfe und unabhängiges Feedback. Ebenso sollten Mentoring-Programme ausgebaut werden, bei denen erfahrene Politikerinnen oftmals jungen Frauen zur Seite stehen, die die ersten Schritte in der Kommunalpolitik wagen.

 

„Fest steht: Ein Mangel an Mut und Lust auf Kommunalpolitik konnte heute nicht ausgemacht werden – im Gegenteil. Ebenso wenig fehlt es an Ideen und Handlungsempfehlungen, wie mehr Frauen für ein kommunalpolitisches Engagement motiviert werden können“, so Rauschkolb abschließend. „Als SPD-Landtagsfraktion werden wir auch in Zukunft Plattformen anbieten, in denen kommunalpolitisch engagierte und interessierte Frauen sich austauschen und vernetzen können.“

 

Gleichstellung und Frauenförderung

Für eine tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit - und für mehr Frauen und Männer dort, wo sie unterrepräsentiert sind.

Details anzeigen
Jaqueline Rauschkolb.

Jaqueline Rauschkolb

Wahlkreis 39, Donnersberg

Details anzeigen
SPD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz Impressum | Datenschutz | Kontakt