80. Jahrestag der Reichspogromnacht 1938: Schulbesuchstag ist wichtiger Teil einer lebendigen Erinnerungsarbeit – Abgeordnete diskutieren mit Schülerinnen und Schülern

09.11.2018

Zum heutigen Schulbesuchstag des Landtags erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Bettina Brück:

 

„Heute jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. Der 9. November 1938 steht bis heute für einen nie dagewesen Zivilisationsbruch; er markiert den Beginn des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte. Die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft sind bis heute unvergessen. Aus der schmerzhaften Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und der Shoa erwächst die Verantwortung aller Demokratinnen und Demokraten, dass Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit in unserer Mitte nie wieder Platz finden. Unser Auftrag ist es, das Gedenken an die Opfer des Holocaust für kommende Generationen lebendig zu halten. Der Schulbesuchstag des Landtags, der traditionell am 9. November stattfindet, ist Teil dieser wichtigen Erinnerungsarbeit.“

 

Brück weiter: „Beim Schulbesuchstag des Landtags erleben wir jedes Jahr junge Menschen, die gut informiert, hoch interessiert und bestens vorbereitet den politischen Schlagabtausch mit den Landtagsabgeordneten suchen. Auf Augenhöhe wird diskutiert, gefragt und erklärt. Die Abgeordneten geben Einblicke hinter die Kulissen des Landtags und stehen Rede und Antwort zu aktuellen politischen Debatten, die die Schülerinnen und Schüler umtreiben. In Zeiten, in denen sich Jugendliche ausschließlich über soziale Netzwerke über das Geschehen in der Welt um sie herum informieren, ist dieser direkte Kontakt enorm wichtig. Mit Sorge nehmen wir wahr, dass junge Menschen sich zwar gesellschaftlich engagieren möchten, die Politik bei vielen jungen Menschen jedoch ein schlechtes Image hat. Dem wollen wir als Abgeordnete entgegenwirken. Der Schulbesuchstag kann so auch dazu beitragen, verloren gegangenes Vertrauen in unserer Demokratie wieder herzustellen und politische Partizipation junger Menschen zu fördern.“

 

„In der fragmentierten Mediengesellschaft werden Schulen als Orte der politischen Bildung immer wichtiger. Hier wird demokratisches Denken und Handeln gelernt, hier werden Toleranz, Vielfalt und Menschlichkeit gelebt. Es geht darum, Schülerinnen und Schüler aus ihren Echokammern herauszulösen und an gesamtgesellschaftlichen Debatten teilhaben zu lassen. Dafür braucht es zielgruppengerechte Formate in den sozialen Medien, aber auch glaubwürdige Gesprächspartner in der Schule oder in der Familie, die Orientierung geben und Gehörtes, Gelesenes und Gesehenes einzuordnen wissen. Diesem gesellschaftlichen Auftrag nehmen sich unsere Schulen sowie unsere Lehrerinnen und Lehrer in vorbildlicher Art und Weise an und begleiten Kinder und Jugendliche kompetent dabei, zu meinungsstarken Demokratinnen und Demokraten heranzuwachsen“, so Brück.

 

 

Zum Hintergrund:

Der Schulbesuchstag des Landtags findet jedes Jahr am 9. November statt. An Gesamtschulen, Gymnasien, Fachoberschulen und Berufsbildenden Schulen stellen sich die Parlamentarier des rheinland-pfälzischen Landtags in Diskussionsrunden den Fragen der Kinder und Jugendlichen.

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