SPD-Fraktion will verbindliches Tierlabel – Klinkel: Klöckner setzt hingegen auf „seichtes Label, bunte Bilder“

20.02.2019

In der heutigen Aktuellen Debatte im Landtag zum Tierwohl-Label erklärte die SPD-Abgeordnete Nina Klinkel:

 

„Als SPD-Fraktion sind wir von der Notwendigkeit eines einheitlichen, verbindlichen Labels für Nutztiere überzeugt. Ein solches Label würde den Tieren helfen und könnte für die Verbraucherinnen und Verbraucher die Lücke zwischen konventionellen Angeboten und Bio schließen. Ein solches Label sollte Teil eines Gesamtkonzepts sein zu der Frage, wie wir mit Tieren umgehen und zukünftig unsere Lebensmittel produzieren wollen.“

 

Mit Blick auf die Initiative von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte Klinkel, die Mitglied im Landtagsausschuss ist: „Statt strengere gesetzliche Vorschriften für den Tierschutz zu etablieren, hat Ministerin Klöckner ein freiwilliges, drei stufiges Label eingeführt. Schon an der ersten Stufe zeigt sich, wie irreführend das Label ist: 0,9 Quadratmeter Platz werden nun für ein Mastschwein veranschlagt. So ein Mastschwein bringt bis zu 110 kg auf die Waage und bekommt weniger als einen Quadratmeter zugestanden: Das ist kleiner als die Matratze eines Babybettes. Die Ministerin schiebt überdies die Verantwortung ab: Freiwilligkeit bedeutet, dass keiner mitmachen muss. So wird sich für 80 Prozent der Schweine nichts ändern.“

 

Falsch sei auch, dass das Label nur für Schweinefleisch gelten solle, nicht jedoch für Rinder, Geflügel und Schafe. Klinkel betonte: „In Rheinland-Pfalz gibt es mehr Betriebe mit Schafen als mit Schweinen. Diese machen bei uns vergleichsweise geringe 31 Prozent aus, 66,4 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe mit Tierhaltung haben Rinder.“ Mit Blick auf das Tierlabel sagte Klinkel weiter: „Ich bin gespannt, welche Bilder für die 70 Millionen Euro teure Informationskampagne zum Label produziert werden: Eines gibt es sicherlich nicht her: Niedliche Schweinchen, die im Strohbett schlafen und in der frischen Luft herumrennen, bevor sie ihren Weg auf den Teller gehen. Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Es gibt ein seichtes Label, bunte Bilder, mehr Schein als Sein und am Ende wenig Veränderung.“

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