100 Jahre Frauenwahlrecht, 100 Jahre gesellschaftlicher Fortschritt – Schweitzer: Paritätische Besetzung der Parlamente ist das Ziel

18.01.2019

Zum 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts am 19. Januar 2019 erklärt die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Jaqueline Rauschkolb:

 

„Vor 100 Jahren, am 19. Januar 1919, konnten Frauen in Deutschland erstmals wählen und an der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung teilnehmen. Frauen wurden an diesem Tag mit einem Schlag zu Staatsbürgerinnen. Was heute wie eine Selbstverständlichkeit daherkommt, haben mutige Demokratinnen hart erkämpft. Es ist dem beharrlichen und jahrzehntelangen Streiten der Frauenbewegung für Demokratie und Gleichberechtigung zu verdanken, dass Frauen heute, 100 Jahre später, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft prägen. Ihr Kampf für demokratische Mitbestimmung ebnete den Weg für die Gleichberechtigung von Frauen in allen Lebensbereichen und legte den Grundstein für eine moderne Gleichstellungspolitik, die neben Frauen auch die Belange anderer Geschlechtergruppen in den Blick nimmt. 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts ist dieser Weg noch nicht zu Ende. Vieles ist für die Gleichberechtigung von Frauen erreicht worden: Männern und Frauen sind im Grundgesetz gleichgestellt; durch die weitreichende Modernisierung des Familienrechts und die Einführung des Grundsatzes „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ sind Frauen heute auch finanziell unabhängig. Dennoch müssen wir feststellen: Es ist noch viel zu tun.“

 

Alexander Schweitzer, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, sagt: „Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland dokumentiert eindrucksvoll, dass die Meilensteine auf dem steinigen Weg zur Gleichberechtigung immer auch an die demokratische Repräsentation von Frauen geknüpft waren. Nicht minder wichtig ist es daher, dass Frauen neben ihrem aktiven Wahlrecht auch ihr passives Wahlrecht wahrnehmen und Frauen auf ihrem Weg in die Politik und die Parlamente keine Steine in den Weg gelegt werden. Der Frauenanteil im Bundestag, in den Landtagen und den kommunalen Räten ist leider nach wie vor zu gering. Der Frauenanteil im rheinland-pfälzischen Landtag liegt in dieser Legislaturperiode bei 32 Prozent, in Kommunalparlamenten lediglich bei 18,7 Prozent. Es braucht daher eine breite Debatte darüber, wie das Ziel einer paritätische Besetzung der Parlamente erreicht werden kann. Nur wenn Frauen in Parlamenten und kommunalen Gremien vertreten sind, können sie ihre Interessen und Sichtweisen gleichberechtigt einbringen. In wenigen Wochen stehen in Rheinland-Pfalz wieder Kommunalwahlen an. Als SPD-Fraktion wollen wir Frauen dazu ermutigen und dabei unterstützen, sich in der Kommunalpolitik einzubringen. Das Wissen und die Erfahrung, die Frauen in die Politik einbringen, bleiben andernfalls ungenutzt. Frauen brauchen eine starke Stimme, damit ihre Belange Gehör finden.“ 

 

Terminhinweis

 

Vor 100 Jahren, am 19. Januar 1919, hieß es in Deutschland zum ersten Mal: Damenwahl! Frauen durften erstmals wählen und sich selbst zur Wahl stellen. Frauen sitzen heute in den kommunalen Räten und in den Parlamenten, sind Abgeordnete, Ministerinnen, Ministerpräsidentinnen und Kanzlerin. Also 100 Jahre Fortschritt? Darüber sprechen wir beim „Talk im Plenum“ mit zwei außergewöhnlichen Frauen und Ausnahme-Politikerinnen: Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Veranstaltung findet statt

 

am Mittwoch, den 23. Januar 2019, um 16 Uhr

im Plenarsaal im Landesmuseum Mainz.

 

Über Ihr Interesse freuen wir uns. Über vorherige Anmeldung bei Vanessa Vass (vanessa.vass(at)spd.landtag.rlp.de) wird gebeten.

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Ansprechpartnerin

Nathalie Eghbalizadeh

Referentin für

  • Medien, Digitale Infrastruktur und Netzpolitik
  • Gleichstellung und Frauenförderung

Telefon: 06131/ 208- 3162

Telefax: 06131/ 208- 4208

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