SPD-Fraktion informiert sich in Koblenz, Mainz und Schifferstadt über alternative Antriebstechnologien – Schweitzer: Es kommt auf einen Technologie- und Antriebsmix an

30.05.2018

Die Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion haben sich im Rahmen der Reihe „Fraktion vor Ort“ an diesem Mittwoch in Koblenz, Mainz und Schifferstadt über alternative Antriebstechnologien informiert. Im Briefzentrum Mainz-Hechtsheim stand Elektromobilität im Fokus, in Koblenz besuchten die Parlamentarier eine Wasserstofftankstelle und in Schifferstadt sammelten sie Informationen zur Erdgas-Mobilität.

 

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer, der in Mainz die Abgeordnetengruppe anführte, erklärt: „Nicht erst seit dem Diesel-Skandal steht die Verkehrs- und Antriebswende weit oben auf der politischen Agenda. Drohende Diesel-Fahrverbote beschleunigen die Debatte um alternative Antriebstechnologien und neue Mobilitätsformen. Als SPD-Fraktion haben wir Ende vergangenen Jahres ein Fachgespräch zum „Mobilitätskonsens für Rheinland-Pfalz – Konzepte für eine integrierte Mobilitätsplanung“ organisiert. Nach den heutigen Vor-Ort-Besuchen ist zu konstatieren: Im Bereich der E-Mobilität gibt es enorme Entwicklungs- und Verkaufspotenziale, wie die Erfolgsgeschichte des Streetscooters der Deutschen Post zeigt. Innovationen im Bereich der E-Mobilität sind für die deutsche Automobil- und Verkehrsbranche immens wichtig – womöglich gar überlebensnotwendig. Dennoch darf die Debatte um alternative Antriebstechnologien nicht auf die E-Mobilität verengt werden. In Zukunft kommt es auf einen Technologie- und Antriebsmix an. Neben der Elektromobilität und der Nutzung von Brennstoffzellen werden vorerst auch weiterhin Fahrzeuge mit einem Benzin-, Diesel- oder Erdgasantrieb eine Rolle spielen. Sie benötigen entsprechende Abgasreinigungssysteme.“

 

Deutsche Post in Mainz: Im Briefzentrum in Hechtsheim informierten sich die Abgeordneten vorwiegend über die in Eigenregie produzierten Streetscooter-Fahrzeuge. Sie sind bereits vereinzelt in Rheinland-Pfalz im Einsatz, bis Ende des Jahres sollen landesweit 148 Streetscooter in Nutzung sein. Eine große Herausforderung ist, an den Deutschen Post-Standorten rasch die technische Infrastruktur zur Aufladung der Fahrzeuge aufzubauen. Bei der Deutschen Post sind zur Postzustellung überdies E-Bikes und E-Trikes im Einsatz. Der Streetscooter wird auch über ein Vertriebsnetz am Markt verkauft und in Leasing-Modellen angeboten. In Rheinland-Pfalz haben unter anderem Stadtwerke bereits Interesse bekundet.

 

Initiative „Rheinland-Pfalz gibt Gas“ in Schifferstadt: Die Parlamentarier besuchten den Zusammenschluss von 18 Energieunternehmen. Der Verein stellt die Mobilität mit regenerativem Erdgas (Biogas) in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten. Biogas besteht zu 90 Prozent aus Rest- und Abfallstoffen und wird im Power-to-gas-Verfahren gewonnen. Bei der Produktion und Verbrennung von Biogas fallen deutlich weniger Kohlendioxid, Stickoxide und Feinstaub an als bei der Herstellung und Nutzung von Benzin und Diesel. Die Initiative verfolgt das Ziel, Verbraucher für alternative Antriebe zu gewinnen und den freien Wettbewerb zwischen den alternativen Antrieben zu forcieren. In Rheinland-Pfalz gibt es bereits knapp 30 Tankstellen, die Erdgas anbieten. Die Abgeordneten besichtigten einen LKW und einen Müllwagen jeweils mit Erdgasantrieb. In Speyer werden die Müllwagen aktuell auf Biogas umgestellt.

 

Wasserstofftankstelle in Koblenz: Im November 2017 wurde auf dem Gelände des Autohofs Bolz-Platz in Koblenz die erste Wasserstofftankstelle der Air Liquide Deutschland in Rheinland-Pfalz in Betrieb genommen. Sie ist eine von bisher 50 Wasserstofftankstellen bundesweit, bis 2019 sollen es 100 Stationen werden. Der Betankungsvorgang dauert maximal fünf Minuten, die durchschnittliche Reichweite der betankten Fahrzeuge liegt bei rund 500 Kilometern. Im Gespräch mit Vertretern des Gasproduzenten Air Liquide GmbH, dem Joint-Venture H2 Mobility und von Toyota Deutschland informierten sich die Abgeordneten über die technologischen und ökologischen Vorteile der Brennstoffzelle, die als Zukunftstechnologie im Bereich der Mobilität, der Wärmetechnik sowie der Energiespeicherung zum Einsatz kommt. Zur Sprache kamen auch bestehenden Hürden beim Aufbau einer flächendeckenden Wasserstoff-Infrastruktur.

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