Kurz vor dem Führungswechsel in der Chefetage bei Südzucker - Werk Offstein - besuchte der Arbeitskreis Landwirtschaft und Weinbau der SPD-Landtagsfraktion den Standort.
Am 10. Dezember 2010 trat Dr. Arnd Reinefeld, Werksleiter von Offstein und Offenau, in den Ruhestand. Kathrin Anklam-Trapp, MdL, freute sich bei dieser Gelegenheit, den neuen Geschäftsleiter, Herrn Klaus Schwab, persönlich kennen zu lernen und unterstrich die Bedeutung des Werkes Offstein als großen Arbeitgeber der Region.
Das Werk Groß-Gerau, für das Dr. Reinefeld ebenfalls zuständig war, wurde aufgrund des durch die EU-Zuckermarktneuordnung bedingten Rückgangs der Zuckerproduktion in 2008 geschlossen. „Die Abrissarbeiten werden bis zum Ende dieses Jahres abgewickelt sein“, informierte Dr. Reinefeld.
Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Landtagsabgeordneten Anklam-Trapp und Jens Guth, insbesondere für ihren Einsatz zur Regelung neuer Transportwege.
Reinefeld beschrieb die erfolgreiche Firmengeschichte des weltweit tätigen Konzerns Südzucker und die kontinuierliche innovative Entwicklung des Werkes Offstein, das im vergangenen Jahr bereits das 125-jährige Jubiläum feiern konnte.
„60 Prozent des Umsatzes sind Zucker, der Rest diverse Spezialitäten“, so Dr. Reinefeld. Das Werk Offstein bietet Lagermöglichkeiten für 40.000 Tonnen Dicksaft, der in weiterverarbeitenden Betrieben zu Flüssigzucker, Fruktose, Karamellsirupen und Isomalt (Palatinit) verarbeitet wird. In den verschiedenen Produktvarianten und der Forschungsabteilung beschäftigt die Zuckerfabrik Offstein rund 550 Mitarbeiter.
"Der Zuckerrübenanbau als Grundlage der Zuckergewinnung ist umweltschonend und nachhaltig. Zudem – und dies zeigte sich auch bei unserem Besuch - ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, so Thorsten Wehner, MdL.
Mit 26.000 Hektar Rübenanbau der das Werk beliefernden Landwirte hat Offstein das größte Anbaugebiet Deutschlands aufzuweisen. Anbau und Bezahlung der Rüben sind vertraglich geregelt, wobei Südzucker mit den Landwirten partnerschaftlich zusammenarbeitet.
„Wir brauchen in der Zuckerwirtschaft perspektivisch angelegte, langfristige wettbewerbsfähige Strukturen. Neben Forschung und Entwicklung stehen dabei die Optimierung des Anbaus und der Transportfragen im Zentrum. Südzucker stellt sich diesen Herausforderungen und bleibt ein wichtiger Arbeitgeber in der Region“, betonte Monika Fink, MdL, Vorsitzende des Arbeitskreises Landwirtschaft und Weinbau der SPD-Landtagsfraktion.
Die Umstellung der Anlieferung per LKW werde überwiegend positiv bewertet, betonte Dr. Reinefeld. Die Geräuschkulisse für Anwohner habe sich deutlich verringert und die LKW seien besser in den Verkehrsfluss integriert als vorher die schweren Schlepper. Für den Transport werde auch die Bahnlinie in Richtung Grünstadt gut genutzt, beantwortete er die Frage von Jens Guth, MdL. Auf die dringend notwendige Ortsumgehung Offstein wies Bürgermeister Ralph Bothe (SPD) hin und warb um die Unterstützung des
Landes. Hier konnte Guth, als verkehrspolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion mitteilen, dass im Haushalt 2012 für die notwendigen Mittel eingestellt werden.
Weiter ergänzte Guth im Gespräch: „Auf Antrag der SPD-Landtagsfraktion wurde im Doppelhaushalt 2009/2010 der Erhalt und die Förderung eines zukunftsfähigen Zuckerrübenanbaus in Rheinland-Pfalz als Fördermaßnahme aufgenommen und vom rheinland-pfälzischen Landtag im Rahmen der Haushaltsberatungen beschlossen. Aus diesen Mitteln wird auch das "Gemeinschaftsprojekt zur Erhaltung und Förderung eines zukunftsfähigen Zuckerrübenanbaus in Rheinland-Pfalz - Projekt Zuckerrübe 2015" gefördert.“
Abschließend erläuterte Dr. Reinefeld auf eine entsprechende Nachfrage von Anklam-Trapp, dass seit vielen Jahren bei Südzucker erfolgreich Nachwuchskräfte in den Berufen Industriemechaniker, Energieanlagenelektroniker und Industriekaufmann/-frau ausgebildet würden. Allerdings werde es immer schwieriger, geeignete Anwärter zu finden.
Das gute Einvernehmen zwischen Firmenleitung und Arbeitnehmern unterstrich der Betriebsratsvorsitzende Franz-Rudolf Vogel.
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