Der Umgang mit den neuen Medien hat sich zu einer vierten Kulturtechnik entwickelt, die ebenso gelernt werden muss wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Das ist eines der wichtigsten Ergebnisse der o.g. Enquete-Kommission „Verantwortung in der medialen Welt“. Das Land Rheinland-Pfalz hat u.a. mit dem bundesweit als zukunftsweisend anerkannten Programm „Medienkompetenz macht Schule“ und vielen anderen erfolgreichen Angeboten bereits wichtige Weichen zur Vermittlung von Medienkompetenz richtig gestellt. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Instrumente zielgerichtet auszubauen: In einer Großen Anfrage an die Landesregierung haben wir eine Bestandsaufnahme der Fördermaßnahmen einschließlich ihrer Organisation und Finanzierung erstellen lassen, die seit August vorliegt. Auf dieser Grundlage soll das System nun weiterentwickelt werden, um Jung und Alt noch besser zu erreichen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen möglichst effizient einzusetzen.
Medienkompetenz macht Schule
Insbesondere sollen die im Rahmen des Landesprogramms ‚Medienkompetenz macht Schule‘ begonnenen Maßnahmen fortgeführt und ausgebaut werden, um die medienpädagogische Arbeit in den rheinland-pfälzischen Schulen nachhaltig zu fördern. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch der Ausbau von Maßnahmen zur Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer.
Mit dem 10-Punkte-Programm der SPD-geführten Landesregierung „Medienkompetenz macht Schule“ wurde ein umfassendes und nachhaltiges Konzept zu Förderung der Medienkompetenz auf den Weg gebracht. Die SPD-Landtagsfraktion fördert und unterstützt das 10-Punkte-Programm der Landesregierung „Medienkompetenz macht Schule“. Weiter hat die Fraktion die Einrichtung von Medienkompetenznetzwerken befürwortet, die inzwischen in vielen Schulen im Land eingerichtet sind.
Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission "Verantwortung in der medialen Welt"
Die Enquete-Kommission "Verantwortung in der medialen Welt"hat in ihrem Abschlussbericht anerkannt, dass Rheinland-Pfalz "sich der Aufgabe der Medienkompetenzvermittlung im Bildungsbereich frühzeitig angenommen und zahlreiche Projekte und Maßnahmen entwickelt und erfolgreich umgesetzt" hat. Das Land habe damit deutschlandweit eine Vorreiterrolle eingenommen.
Wir werden die Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission eingehend prüfen; Sie stellen eine wichtige Orientierung für unsere Politik dar. Hier ein kurzer Überblick:
- „Medienführerschein“ an Schulen einführen
- 10-Punkte-Programm der Landesregierung „Medienkompetenz macht Schule“ fortführen und ausbauen
- Führungskräfte in allen Bereichen der Medienbildung intensiv fortbilden
- Die Maßnahmen zur Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer ausbauen
- Offensive zur Ausstattung der Schulen mit innovativer Technik fortsetzen.
- MedienKompetenzNetzwerke (MKN) in Rheinland-Pfalz weiter unterstützen und fördern
- „Medienscout“-Projekt (Ausbildung von Jugendlichen zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich Jugendmedienschutz) weiterführen und ausbauen
- Medienpädagogische Elternarbeit intensivieren
- Die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sollte noch stärker in den Fokus der Medienarbeit gestellt und gezielt gefördert werden.
- Medienpädagogisches Angebot der Kinder- und Jugendhilfe verstetigen, Akteure noch besser vernetzen, Fachkräfte der Jugendarbeit verstärkt fortbilden
- Zugang von Seniorinnen und Senioren zur Informations- und Kommunikationstechnologie verbessern; Offensive zur Breitband-Anbindung von Senioren-Einrichtungen; bestehende Pilotprojekte weiterführen und neue Projekte starten.
- Kooperationen zwischen Medienkompetenz-Programmen des Landes mit privaten Angeboten intensivieren
- Konzepte zur Förderung des Bewusstseins für einen verantwortungsbewussten Umgang mit persönlichen Daten ausbauen und umsetzen.
- Partnerschaft mit der Landesanstalt für Medien und Kommunikation weiter intensivieren