Die Vermessungs- und Katasterverwaltung ist eine stark technisch geprägte Verwaltung mit hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und daher von Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnik besonders betroffen. Sie hat in den vergangenen Jahren Innovationen konsequent aufgegriffen, selbst weiterentwickelt und in ihre Verfahren integriert. Ziel war und ist es, die Arbeits- und Ablaufprozesse effektiver und letztlich wirtschaftlicher zu gestalten. Im Zuge der demografischen Entwicklung werden ca. 500 Arbeitskräfte in den nächsten zehn Jahren altersbedingt ausscheiden. Organisatorische Anpassungen der bestehenden Verwaltungsstruktur sind daher notwendig.
Mit der am 13. September 2011 beschlossenen Reform wurde ein ausgewogenes Konzept vorgelegt, um neue Strukturen zu schaffen, mit denen langfristig gearbeitet werden kann. Die Neuorganisation der Vermessungs- und Katasterverwaltung sieht vor, sechs Amtsbezirke mit zwei Niederlassungen pro Bezirk einzurichten. Das bedeutet auch, dass Standorte aufgegeben und etwa 500 Stellen bis 2025 abgebaut werden. Die sozialverträgliche Realisierung des Prozesses ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter u.a. durch Altersteilzeit und Telearbeit gewährleistet. Behördenleiter, Personalvertretungen und Berufsverbände wurden frühzeitig und eng in die Planungen eingebunden.
Ziel der Reform ist eine Stärkung der Ämter in ihren eigenständigen Handlungskompetenzen und eine ämterbezogene Konzentration von Spezialaufgaben mit dem Ziel einer effizienteren Aufgabenerledigung. Dabei bleibt die Vermessungs- und Katasterverwaltung nach wie vor für die Menschen erreichbar. Das Landesamt mit einer Außenstelle, 86 öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, 66 Kommunalverwaltungen und diverse Online-Angebote ergänzen die Struktur.
In seinem Jahresbericht 2011 hat der Rechnungshof Rheinland-Pfalz eine Prüfung der Verwaltungsmodernisierung in der Vermessungs- und Katasterverwaltung gefordert. Die vom Rechnungshof geforderten Einsparungen wird die Landesregierung nun umsetzen. Das ist ein weiterer Baustein, um die Schuldenbremse zu verwirklichen und Freiräume für wichtige Investitionen zu erhalten – wie etwa gute und gebührenfreie Bildung, Chancengleichheit, Innere Sicherheit und eine vernünftige und ökologisch nachhaltige Wirtschaftspolitik.
Foto: RainerSturm / pixelio.de
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