Um sich über das Jahrhundertbauprojekt einer zweiten Röhre des Kaiser-Wilhelm-Tunnels aus erster Hand zu informieren, haben Heike Raab, örtliche MdL und SPD-Generalsekretärin, der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Jens Guth, MdL, zusammen mit Verkehrsfachleuten und Kommunalpolitikern die Tunnelbaustelle in Ediger-Eller besucht.
Am 10. April 2010 war offiziell mit dem Andrehen der Bau der zweiten Röhre des Kaiser-Wilhelm-Tunnels an der Strecke zwischen Ediger-Eller und Cochem begonnen worden. Eine Vortriebsmaschine mit einem Gewicht von ca. 1.710 Tonnen wird sich insgesamt 4.242 Meter durch den Berg nach Cochem fräsen. Die 90 Meter lange und 10 Meter breite Tunnelvortriebsmaschine war von der Firma "Herrenknecht" eigens als Maßanfertigung für diesen Tunnel gebaut worden. Pro Tag wird sich die Maschine etwa 10 bis 12 Meter vorarbeiten. Ab 2016 soll der Zugverkehr an der Mosel zweigleisig in zwei getrennten Tunnelröhren verlaufen. Der alte Kaiser-Wilhelm-Tunnel war 1874 erbaut worden und mehr als 110 Jahre lang der längste Tunnel Deutschlands.
Die Abgeordneten des Landtages und Politiker aus dem Kreis konnten sich vom Fortgang der Arbeiten überzeugen. Marco Reith Projektleiter von der Fa. Alpine, brachte den Abtransport des Gesteins zur Sprache. Hier gibt es Einschränkungen der Abfuhrkapazität, da das Ausbruchsmaterial in den Westerwald zur Auffüllung einer Tongrube abgefahren wird und die Bahnstrecke in diesem Bereich mit Güterverkehr stark frequentiert ist. <s> </s>Mittlerweile ist die Maschine gut 180 Meter in den Berg eingedrungen. Ihre hochmodernen Messfühler erlauben es Bohrgeschwindigkeit und Vortrieb den jeweiligen Gesteinschichten anzupassen. Alle zwei Meter wird die Röhre mit Tübing-Betonplatten ausgekleidet. Dieses Verfahren verbessert die Arbeitsbedingungen im Tunnel deutlich und dient gleichzeitig als Gebirgssicherung. Angesichts der riesigen bewegten Massen halten sich auch die Erschütterungen in Grenzen und ober Tage ist kaum was bemerkbar. Durch eine vorbildliche Frischluftzufuhr, Staubabsaugung und Bewässerung der anfallenden Gesteinsmasse hinterließ die Baustelle im Roswitha-Tunnel bei allen einen sehr sauberen Eindruck.
Jens Guth verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion bestaunte die moderne Technik im Steuerstand Führerstand der Maschine. Das 1710 Tonnen schwere Gerät kann GPS-gesteuert im Millimeterbereich bewegt werden. „So können wir auf die unterschiedlichen Schichten des Gebirges optimal reagieren“, erläutert Projektleiter Reith. „Mit dieser Vortriebsanlage ist es möglich sowohl im Hartgestein als auch Lockergestein mit speziellen Techniken zu durchörtern“
Dies hörte Heike Raab als örtliche Landtagsabgeordnete gerne. Als Cochemerin sind ihr die Sorgen der Anwohner in der Kreisstadt bekannt. Sie fürchten Schäden, wenn die Bohrer unter der Oberstadt nur wenige Meter unter den Häusern die neue Tunnelröhre vorantreiben wird. Projektleiter Reith sicherte zu, dass hier alles getan wird um schonend und sicher voranzukommen. „Die Situation an der Oberfläche wird dann zusätzlich kontinuierlich geprüft werden“. Die GPS-Steuerung erlaubt einen genauen Vergleich zwischen dem Standort des Bohrkopfes und den evt. Reaktionen an der Oberfläche. Die jetzt noch kreisrunde Röhre wird vor dem Verlegen der Schienen noch mit einem speziellen, schallschluckende Material aufgefüllt, so dass auch die Schwingungen, die durch den späteren Bahnbetrieb entstehen werden, deutlich geringer sein werden wie bisher.
Dieser Flyer gibt Ihnen einen kurzen Überblick über unsere innenpolitische Arbeit.
Flyer "Mit Sicherheit:Rheinland-Pfalz" (PDF-Datei)
Referent für
Telefon: 06131/ 208- 3210
Telefax: 06131/ 208- 4208
E-Mail schreiben