Die Integration von Migrantinnen und Migranten ist eine zentrale Zukunftsaufgabe, die es für alle Menschen in Rheinland-Pfalz zu gestalten gilt. Unsere Ziele sind die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen und Migranten in allen Lebensbereichen, die Intensivierung des gesellschaftlichen Dialogs und die Teilhabe an politischen Entscheidungen, wie sie auch im rheinland-pfälzischen Integrationskonzept formuliert sind. Damit das Zusammenleben gelingt, ist es wichtig, die Vielfalt der Menschen als Chance zu begreifen. Unerlässlich hierfür sind gegenseitiges Verständnis, Achtung und Toleranz, aber auch die Bereitschaft zum Austausch. Die Integration der zugewanderten Menschen, ihrer Familien und Kinder, ist Herausforderung und Chance zugleich.
Im Lauf der Debatten um Integration hat sich gezeigt, dass es irreführend ist von „den“ Migrantinnen und Migranten zu sprechen. Diese Bezeichnung ist aus Sicht vieler Menschen mit Migrationshintergrund eine pauschalisierende, stigmatisierende und oft auch diskriminierende Etikettierung. Der Begriff impliziert ebenfalls, dass es sich um eine homogene Gruppe mit prinzipiell ähnlichen Werten und Lebensstilen handelt. Wir leben aber in einer heterogenen Gesellschaft, in der auch Zugewanderte keine homogene Gruppe sind. Die Pluralisierung und Differenzierung der Lebenslagen, die Existenz und Veränderung gesellschaftlicher Milieus betrifft alle Menschen in Rheinland-Pfalz – mit und ohne Migrationshintergrund. Das Bild von Menschen mit Migrationshintergrund muss also der Differenziertheit der Gruppen entsprechend in die öffentliche Wahrnehmung gerückt werden.
Der Großteil der Zugewanderten in Rheinland-Pfalz hat hier seinen Lebensmittelpunkt gefunden und fühlt sich wohl. Diejenigen, die zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen werden, leben meist unter den Bedingungen einer schlechten sozialen Lage. Neben Migrantinnen und Migranten sind aber auch Einheimische von benachteiligten Lebenssituationen betroffen. Gleichberechtigte Teilhabe für alle zu ermöglichen ist daher eine existenzielle Aufgabe, die es zu gestalten gilt. Gleichzeitig sollen Unterstützung und Förderung nicht allein mit dem Migrationshintergrund begründet werden, denn Menschen sind nicht schon deshalb hilfsbedürftig, weil sie einen Migrationshintergrund haben.
Zuwanderinnen und Zuwanderer benötigen bei bestimmten Problemen Unterstützung und darüber hinaus Rechtssicherheit, Vertrauensschutz, individuelle Integrationsangebote sowie das Gefühl, in Rheinland-Pfalz willkommen zu sein. Andererseits ist es auch wichtig, dass die Zugewanderten im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre eigenen Anstrengungen zur Integration einbringen. Zentral ist der Erwerb der deutschen Sprache, der als Schlüssel für eine gelungene Integration gilt. Rheinland-Pfalz, das mit einem Bündel an Angeboten und Projekten, dieses Ziel verfolgt, will diesen Weg erfolgreich weiter gehen.
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