Wirtschafts- und Standortfaktor Tourismus zukunftsfest weiterentwickeln

 

26.01.2017

 

Einzigartige Kulturlandschaften, historische Orte und eine über Landesgrenzen hinaus bekannte Lebensfreude prägen Rheinland-Pfalz. Scharenweise zieht es Gäste aus dem In- und Ausland jedes Jahr an die schönsten Orte entlang des Rheins, der Mosel und der Lahn - zum Entspannen, Genießen und Natur erleben. Wie der rheinland-pfälzische Tourismus zeitgemäß, nachhaltig und zukunftsfest aufgestellt werden kann, soll jetzt eine durch den Landtag eingesetzte Enquete-Kommission „Wirtschafts- und Standortfaktor Tourismus in Rheinland-Pfalz“ untersuchen. Auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU, FDP und BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN wurde dazu in der Plenarsitzung am 26. Januar jetzt der Weg frei gemacht.

 

Keine Frage: Der Tourismus ist für Rheinland-Pfalz von großer Bedeutung, kaum ein Wirtschaftszweig, der nicht von ihm profitiert. Erstmals überschritten im Jahr 2015 die Übernachtungen die 25 Millionen-Grenze. Hinzu kommen jährlich 166 Millionen Tagesgäste, die in die Naherholungsgebiete im Pfälzer Wald, der Eifel, im Hunsrück oder dem Westerwald strömen. 7,2 Milliarden Euro spült der Tages- und Übernachtungstourismus pro Jahr in die Kassen des Tourismusgewerbes. „Als Standortfaktor und Jobmotor verbessert der Tourismus die Infrastrukturausstattung und erhöht die Attraktivität der ländlichen Regionen als Lebensmittelpunkt und Unternehmensstandort“, weiß die Obfrau der SPD-Fraktion in der Enquete-Kommission Tourismus, Nina Klinkel. Gerade im ländlichen Raum leiste der Tourismus einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge.

 

Dennoch: Harter Wettbewerb und globale Tourismustrends stellen auch die rheinland-pfälzische Tourismuswirtschaft vor große Herausforderungen. „Wir müssen selbstkritisch feststellen, dass der rheinland-pfälzische Tourismus im 10-Jahresvergleich bundesweit die geringste Wachstumsdynamik aufweist“, bemerkt Klinkel. Das durch seine idyllischen Kulturlandschaften geprägte Rheinland-Pfalz konnte nicht im selben Maße vom Städtetourismus als Wachstumsfaktor profitieren wie die eher städtischen Regionen Deutschlands.

 

Entlang von sechs Strategiefeldern soll die Enquete-Kommission Tourismus Vorschläge erarbeiten, wie der Tourismus in Rheinland-Pfalz weiterentwickelt werden kann. Handlungsfelder sollen diskutiert, Schwerpunkte identifiziert und mit Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Tourismusverbänden, der Industrie- und Handelskammer und den Kommunalen Spitzenverbänden  Lösungen erarbeitet werden. „Zukünftig muss unser Land sein naturräumliches Potenzial, sein historisches Erbe, seine Kurorte sowie den Wein als Kulturgut noch besser nutzen“, skizziert Klinkel ihre Vorstellungen für den rheinland-pfälzischen Tourismus. Durch eine zeitgemäße Weiterentwicklung seiner Alleinstellungsmerkmale könne der rheinland-pfälzische Tourismus zukunftsfest aufgestellt werden. Neben Verbesserungen der Infrastruktur, insbesondere des öffentlichen Nahverkehrs, sieht Klinkel insbesondere im flächendeckenden Breitbandausbau und der Weiterentwicklung der Barrierefreiheit Chancen für die ländlich geprägte Tourismuswirtschaft.

 

Die Enquete-Kommission besteht aus zwölf Mitgliedern des Landtags sowie sechs weiteren Mitgliedern, die nicht dem Landtag angehören. Als externe Mitglieder sind vorgesehen: der Tourismus- und Heilbäderverband Rheinland-Pfalz e. V., die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, DEHOGA, die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern RLP und die Kommunalen Spitzenverbände. Die SPD-Fraktion hat als Obfrau in der Enquete-Kommission die Abgeordnete Nina Klinkel benannt. Der SPD-Abgeordnete Fredi Winter soll stellvertretender Vorsitzender werden. Zudem werden für die SPD-Fraktion Giorgina Kazungu-Haß, Heiko Sippel und Sven Teuber dem Gremium angehören.

 

Die Enquete-Kommission wird dem Landtag regelmäßig Bericht erstatten. Geplant ist die Unterrichtung des Landtags über erste Ergebnisse des Gremiums in Form von Zwischenberichten. 

 
Nina Klinkel.

Nina Klinkel

Wahlkreis 30, Ingelheim am Rhein

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