„Die Bekämpfung der Beschneidung von Frauen bleibt eine Herausforderung, die weiter im Bewusstsein der Öffentlichkeit bleiben muss“, so kommentiert die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ingeborg Sahler-Fesel, die Lesung von Fadumo Korn aus ihrem neuen Buch „Schwester Löwenherz“ im Abgeordnetengebäude in Mainz.
Weibliche Genitalverstümmelung wird bis heute in Teilen Afrikas und Asiens und in Einwanderungsländern, wie z.B. Deutschland, praktiziert. Nach von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfassten Daten haben weltweit 100 bis 140 Millionen Frauen und Mädchen Genitalverstümmelungen erlitten. Nach Zahlen der WHO und des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen sind jährlich etwa zwei bis drei Millionen Frauen potentiell der Gefahr ausgesetzt, derartige Praktiken mit gravierenden gesundheitlichen Folgen erleiden zu müssen. Nach Schätzungen von Terres de Femmes sind in Deutschland über 20.000 bis 30.000 Frauen betroffen und über 5.000 Mädchen konkret gefährdet, eine Beschneidung der weiblichen Genitalien erleiden zu müssen.
Sahler-Fesel: „Frau Korn hat mit ihren eindringlichen Schilderungen der grausamen Tradition der weiblichen Beschneidung, die zu schlimmsten körperlichen und seelischen Folgen der Mädchen und Frauen führt, ein Zeichen gesetzt gegen eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung. Gleichzeitig gibt sie den betroffenen Frauen mit ihrem unermüdlichen Aufklären und Helfen vor Ort ihre Würde zurück.“
Zum Hintergrund:
Fadumo Korn wurde in Somalia geboren und lebte dort als Nomadenmädchen. Im Alter von sieben Jahren wird bei ihr die rituelle Beschneidung vorgenommen. Als Folge erkrankte Fadumo schwer und kommt zur Behandlung, ganz alleine, nach Deutschland. Da in ihrer Heimat Krieg herrscht, geht sie nach München das ihr neues Zuhause wird. Heute spricht die Somalierin perfekt Deutsch, ist verheiratet und hat einen Sohn. Sie arbeitet als Dolmetscherin und engagiert sich gegen die Beschneidung von Mädchen. Sie ist 1. Vorsitzende von FORWARD (Foundation for Women’s Health, Research and Development) Germany.
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