Einseitige Geschichtswissenschaft á la AfD ist völlig abwegig und unhistorisch

28.10.2016

Anlässlich der gestrigen Anhörung im Gesellschaft- und Integrationsausschuss des Landtags und einer anschließenden AfD-Pressemitteilung erklärt die SPD-Bildungspolitikerin Giorgina Kazungu-Haß: „Die AfD-Fraktion kritisiert ganz offensichtlich eine „multiperspektivische“ Geschichtsbetrachtung und fordert stattdessen eine einseitige, europäische Orientierung. Eine solche Forderung ist völlig abwegig und unhistorisch. Sie wäre weder zeitgemäß noch objektiv. Selbstverständlich sollen und werden in der Geschichtswissenschaft und im Geschichtsschulunterricht Sachverhalte aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick genommen. Eine monoperspektivische Behandlung historischer Themen ist falsch; sie würde den Blick auf historische Prozesse verengen und eine unkritische Aufnahme vermeintlicher Wahrheiten unterstützen.“

 

Kazungu-Haß verweist in dem Zusammenhang auf den Lehrplan für Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2016. Darin heißt es: „Ein Ziel des Geschichtsunterrichts ist es, den Lernenden Hilfestellungen dabei zu geben, aus den Quellen und Darstellungen von Vergangenheit historische Ereignisse und Prozesse sichtbar zu machen. Dazu ist es nötig, unterschiedliche Perspektiven in die Betrachtung einzubeziehen, jedoch nicht im Sinne einer beliebigen Aufzählung differenzierter Sichtweisen, vielmehr als Hilfsmittel zur Dekonstruktion historischer Darstellung.“

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