Sippel: Imame in Gefängnissen sollten in Deutschland ausgebildet werden

03.07.2017

Zu den Forderungen des rheinland-pfälzischen Justizministers Herbert Mertin bezüglich der Einsätze von Imamen erklärt Heiko Sippel, rechtspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Auch mit Blick auf die Gefängnisseelsorge ist es sehr wünschenswert, wenn in Deutschland tätige Imame auch in Deutschland sozialisiert und ausgebildet werden. Daher unterstützen wir als SPD-Fraktion die Forderung zum Ausbau der Imam-Ausbildung in Deutschland. Denn leider mangelt es in Deutschland an gut ausgebildeten und deutschsprachigen Imamen. Insbesondere mit Blick auf Gefängnisse ist zu sagen: Es ist wichtig zu wissen, wer mit den Gefangenen wie in Kontakt tritt. Wenn die Seelsorger die Lebensrealität ihrer Schützlinge besser kennen und verstehen würden, wäre überdies die resozialisierende und präventive Wirkung von Seelsorge stärker. Einen solch positiven Einfluss scheinen Imame, die aus der Türkei entsandt werden, eher nicht haben zu können.“

 

Sippel betont: „Das Recht auf Religionsausübung und Seelsorge steht Strafgefangenen zu wie jedem Menschen in unserem Land. Wenn türkische Staatsbürger Zugang zu konsularischen Vertretern wünschen und die türkischen Vertretungen hierzu Ditib-Imame in die Vollzugsanstalten schicken, dann ist dies nach geltender Praxis und Rechtslage zu akzeptieren. Änderungen zu diesen Regelungen sind Sache der Bundesregierung, ein Bundesland ist hier auf Entscheidungen aus Berlin angewiesen. Der auf die Initiative von Rheinland-Pfalz zurückgehende länderübergreifende Entschluss der Justizministerkonferenz, wonach bundesweite Empfehlungen erarbeitet werden sollen, ist insofern ein Schritt in die richtige Richtung.“

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