SPD-Fraktion informiert sich an verschiedenen Orten über Kerosin-Ablass – Schweitzer: Der Bund ist gefordert ein Informationssystem aufzubauen

29.11.2017

Die Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion haben sich im Rahmen der Reihe „Fraktion vor Ort“ an diesem Mittwochvormittag an drei Orten zu dem Thema Kerosin-Ablass informiert. Die Parlamentarier suchten in Langen die Deutsche Flugsicherung (DFS) auf, trafen Professor Bernd Kaina am Institut für Toxikologie der Universitätsmedizin Mainz und tauschten sich mit Bürgerinnen und Bürger sowie Engagierten des BUND in Welschbillig (Eifel) aus, um sich über Kerosin-Ablass aus Militärjets zu informieren. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer, der in Langen die Abgeordnetengruppe anführte, erklärt: „Eins ist überall deutlich geworden: In Sachen Kerosin-Schnellablass und möglicher Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gibt es sehr große Informationsdefizite. Bei den vielen Gesprächen wurde von allen eine neue Studie gefordert: Eine solche Studie muss wissenschaftlich fundiert sein, auf tatsächlichen Vor-Ort-Messungen mit Daten aus Reinland-Pfalz beruhen und substantielle Aussagen über die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt ermöglichen. Gut ist, dass sich jüngst auch eine Sprecherin der Flugsicherung positiv zur SPD-Forderung nach einer Meldekette für Fälle von Kerosin-Treibstoffablass geäußert hat. Nun ist der Bund gefordert: Es muss endlich ein Informationssystem aufgebaut werden, sodass die Landesbehörden über Notablässe informiert werden und auch die Bürgerinnen und Bürger Zugang zu den Daten und Informationen haben.“

 

Deutsche Flugsicherung: In Langen sprachen die Abgeordneten mit Vertretern der DFS und der Lufthansa: Themen waren unter anderen die vorhandenen Leitlinien für das Ablassen von Kerosin, Gründe für das Ablassen und die Frage der Flugroutenfestlegung. Es ist unter anderem deutlich geworden, dass selbst diejenigen von der Deutschen Flugsicherung, die mit Kerosin-Ablassen regelmäßig zu tun haben, über die Folgen wenig sagen können. Bisher liegen auch keine Informationen und Erklärungen vor, warum das vergleichsweise dünn besiedelte Rheinland-Pfalz besonders stark betroffen ist, wenn grundsätzlich von einer Unbedenklichkeit des Verfahrens ausgegangen wird.

 

Universitätsmedizin Mainz: Zentraler Gegenstand des Gesprächs waren mögliche gesundheitliche Belastungen der Bevölkerung durch Kerosin-Ablass. Es stand insbesondere das Benzol als ein Inhaltsstoff von Kerosin im Mittelpunkt der Ausführungen. Professor Kaina machte deutlich, dass Benzol in großen Mengen gesundheitsschädigend ist. Es sei notwendig, die Benzolkonzentration vor Ort zu messen, um eine abschließende Bewertung hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit vornehmen zu können. Kaina sagte, es müssten auch präzise Informationen über die Zusammensetzung der von den Fluglinien verwendeten Treibstoffe vorgelegt werden. Die neben Benzol weiteren Kerosin-Zusatzstoffe müssten in die anstehenden Analysen miteinbezogen werden.

 

Welschbillig, BUND: Aufgrund der Nähe zur Airbase Spangdahlem befasst sich der BUND Bitburg-Prüm sowie Bürgerinnen und Bürger in der Region seit vielen Jahren mit dem Ablassen von Kerosin über der Eifel. Bei dem Besuch der SPD-Abgeordneten wurde deutlich, dass bisher kaum Informationen über das Ablassen durch Militärmaschinen vorliegen. Es wird zudem befürchtet, dass abgelassener Militär-Treibstoff (Annahmen zufolge meist der Treibstoff „JP8“) spezifische Auswirkungen hat. Bürgerinnen und Bürger berichteten bei dem Besuch eindrücklich von zahlreichen Fällen, in denen auf Haus- und Gartenflächen, in Wald und Wiesen treibstoffartige Mittel entdeckt worden seien. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es sich um abgelassenes Kerosin handele.

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