Auf Antrag der SPD-Landtagsfraktion hat sich der Sozialpolitische Ausschuss im Landtag Rheinland-Pfalz in seiner gestrigen Sitzung mit dem Thema „Blutplättchen-Konzentrate“ beschäftigt. Aktuellen Zeitungsberichten zufolge warnt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Ärzte staatlicher und kommunaler Bluttransfusionen davor, dass Patienten billige und unsichere Blutkonserven verabreicht werden. Damit sind Thrombozyten oder Blutplättchen gemeint, die jährlich bundesweit mehrere hunderttausend Patienten erhalten.
„In Rheinland-Pfalz wird zur Risikominimierung vorrangig eine Versorgung mit sicheren, aber teuren Blutkonserven angestrebt“, erklärt Kathrin Anklam-Trapp, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Blutplättchen gibt es in zwei Varianten: Die Pool-Thrombozyten-Konzentrate, die aus dem Blut von mehreren Spendern stammen und die hochwertigeren Apherese-Thrombozytenkonzentrate, die von nur einem Spender stammen, der den Kliniken meist über Jahre bekannt ist. Die Kosten für diese Variante liegen bei ca. 480 Euro, die die Kassen an die Klinken zahlen, die erste Variante der Pool-Thrombozyten bei ca. 250 Euro.
Die kostengünstigere Variante des Thrombozyten-Konzentrats, das aus dem Blut von mehreren Spendern gewonnen wird, stehe im Verdacht, das Risiko für Patienten zu erhöhen, so Anklam-Trapp. „Die Qualität sensibler Blutprodukte ist unteilbar und darf keine Kostenfrage sein. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger ist ein hohes Gut, das keinen Spekulationen ausgesetzt werden darf.“
Deshalb habe die SPD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz eine Anhörung zu diesem Thema für die Ausschusssitzung im März nächsten Jahres beantragt. „Das Sicherheitsdenken darf nicht aufgeweicht werden. Es muss sichergestellt sein, dass Krankenkassen keinen Kostendruck auf Krankenhäuser ausüben und diese damit zwingen, billigere und unsichere Blutkonserven zu verabreichen.“
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